Anna in London

Und da wollten Sie mir tatsächlich, Willi und Kurt die Made zum Frühstück servieren. Nun jetzt hab ich doch schon einige Käse gesehen.  Von blau bis rot über schwarz, in all Ihren prächtigen Schimmelfarben. Das Cirone in einem „cheese mites cellar“ gereift wird und die „mites the rind“essen, das hab ich nun oft genug auf dem Markt aller Fress-Märkte, dem Borough Markt erzählt.

Augen haben Sie gemacht wenn ich Ihnen das Fessli vor die Nase gehalten hab. Na sowas hätten die Briten noch nie gesehen. In Wahrheit hab ich sowas ja auch noch nie gesehen. Käse hab ich schon viele gesehen und verdrückt, vor allem in der letzten Zeit, doch ein Käse mit lebendiger Eiweißeinlage wie Willi und Kurt aus der Ritze, sind bisher auch nicht auf meinem Speiseplan aufgetaucht. Nun Dank JUMI’s ist mein Gaumen jetzt auch etwas abgehärtet.

In der Großstadt London Schweizer Käse verkaufen, das können nur wenige in Ihrem Lebenslauf vermerken. Ich kann mich zu den wenigen Glücklichen schätzen, die mit einer hübschen Sporttasche zu den 5 Sterne Hotels und TopRestaurants spaziert, um den Britischen Gastronom ein wenig Schweizer Tradition und Käse der eher ungewöhnlichen Art zu servieren. Etwas ungewöhnlich ist es schon mit einem Leib Raclette und einem ganzen Apres Soleil die Underground zu nehmen. Aber was ist bei JUMI’s schon gewöhnlich. Normal, das hab ich schnell gelernt, ist hier gar nichts. Umso besser, da wird Techno hören im Lager um 9Uhr morgens zur Gewohnheit. Und das Singen und Tanzen hinterm Verkaufsstand sowieso, vor allem mit den aufgedrehten Kollegen, ja vor allem Marcello, der manchmal glaubt zu den drei Tenören zu gehören. Ob wir „Happypills“ nehmen, hatte der Kollege vom Markstand nebenan mal gefragt?! Nee, aber vielleicht zu viel von dem Hanfmutschli. Wer weiß, es liegt was in der Luft, hinter den getürmten Käse, die einen etwas verrückt machen, eben Jumi. In London wie in der Schweiz.

Anna